Das Recht auf Reparatur ist ein richtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Aber das reicht nicht aus. Es gilt auch nur für große Haushaltsgeräte, PC und E-Bikes. Damit setzt die Bundesregierung ein EU-Reparaturgesetz von 2024 um. Es muss aber mehr repariert werden. Auch Textilien und kleine Elektrogeräte. Das Gesetz soll den Elektroschrott verringern. Kreislaufwirtschaft erfordert aber mehr. Warum ist die Bundesregierung so zögerlich? Es braucht eine Richtungsentscheidung. Es wird Zeit, dass endlich mehr geschieht in Sachen Nachhaltigkeit. Warum gibt es nicht ein Gesetz, das Cradle to Cradle Prinzip einzuführen? Das wäre mal ein echter Fortschritt. Es gibt zwar schon das Kreislaufwirtschaftsgesetz, aber die Wirtschaft setzt es zu wenig um. Wir haben aber nicht mehr viel Zeit, um nachhaltig zu werden. Warum geht es nicht voran? Ich glaube, es liegt am Kapitalismus. Ich glaube, Kapitalismus und Nachhaltigkeit gehen nicht zusammen. Die Kreislaufwirtschaft bedeutet auch ein schrumpfen der Wirtschaft in bestimmten Bereichen. Und das kann der Kapitalismus nicht gebrauchen. Er braucht Wachstum. Aber das können wir uns angesichts der ökologischen Probleme nicht mehr erlauben. Es muss viel mehr repariert werden. Man könnte einen Fond einrichten, der Menschen unterstützt, die reparieren, wie es in Frankreich geschieht. Produkte müssen schon so geplant werden, dass sie besser repariert und recycelt werden können. Aber es wird noch zu wenig gemacht. Autos sollten ein standardisiertes Fahrwerk und Motor haben. Nur die Karosserie und die Inneneinrichtung sollten noch individuell sein. Damit könnten sie besser repariert werden und der Austausch der Teile auch über Herstellergrenzen könnte besser organisiert werden. Das alles muss keine Utopie bleiben. Es könnte den Herstellern auch anderer Geräte vorgeschrieben werden.